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Einweihung der neuen Schule

26. September 1913

Die durch Pferdesport und Pferdezucht, durch günstige Verkehrsverbindungen und Berlin-Nähe sowie durch vorteilhaftes Angebot an Siedlungsland aufblühende Gemeinde Neuenhagen an der Ostbahn hatte ständig infolge der rasch anwachsenden Einwohner- und Schülerzahlen große Probleme bei der Weiterentwicklung des Schulwesens.

1875, also acht Jahre nach der Eröffnung der Ostbahn , zählte unser Ort 444 Einwohner im Dorf, davon etwa 200 im neuen Ortsteil Bahnhof. Dazu kamen 104 Einwohner des Gutbezirkes Neuenhagen, der bis 1928 eine selbstständige Verwaltungseinheit darstellte. 1900 zählte Neuenhagen bereits 1367 Einwohner ohne Gut und 1920 4026. Die 1879 gebaute Dorfschule im Dorfkern Neuenhagens konnte trotz einer baulichen Erweiterung im Jahre 1907, wodurch nun insgesamt 6 Klassenräume für 7 Klassen zur Verfügung standen, den neuen Anforderungen nícht mehr genügen. Zudem war Sie in Ihrer Ausstattung und von Ihren hygienischen Bedingungen her veraltet und primitiv gar mancher biedere Neuenhagener mag damals bedenklich den Kopf geschüttelt haben, als die Gemeindeväter den Beschluss fassten den Bau der neuen Schule mitten in die Einöde zu setzen, an einem unregulierten Feldweg, wo erst in 5 bis 10 Minuten Entfernung der Windmüller am Lehmkuttenberg und der Niederheidener Schrankenwärter die nächsten Nachbarn waren. Aber die Entwicklung unseres Ortes hat dem Optimismus unserer Gemeindeväter recht gegeben. Auf die schon Frühere Entstehung des Bahnhofteils und der "Kolonie" Niederheide (beide um 1867/70) und des Ortsteils Gartenstadt (1908/10) folgte bereits 1919/20 die Anlage der Wolterland-Siedlung in unmittelbarer Umgebung der Schule. So schlossen sich nach und nach die Lücken im Bebauungsplan.

Vorstellungen des Rektors Paul Miersch über einen neuen Schultyp

Lehrer  "Es soll nicht überheblich erscheinen, wenn ich mich 
  für  den Bau sehr interessiert habe und meine Wünsche
  nicht unter den Scheffel gestellt habe, so dass ich
  oftmals mit dem Architekten gegensätzlicher Meinung
  war. Meine Wünsche waren: Das Schulhaus darf nicht
  wie eine Kaserne aussehen, es soll nicht dicht an der
  Straße stehen, es darf nicht mit einem hohen Eisenzaun
  umgeben werden, der Vorgarten muss mit Baumgruppen
 bepflanzt werden und Rasenflächen müssen damit abwechseln, anstatt des Eisenzaunes eine lebende Hecke; der ansteigende Schulhof wird durch eine Anpflanzung von Bäumen in zwei Teile geteilt; der obere Teil soll als Turn- und Spielplatz hergerichtet werden.
Die Auswahl der Sträucher und Bäume soll so erfolgen, dass der Unterricht in Naturkunde davon Nutzen hat – also recht verschiedene Sorten. Mit Unterstützung des Schulvorstandes konnten später fast sämtliche Wünsche erfüllt werden."

Zitat:

"Wer viel mit Kindern lebt, wird finden, daß keine äußere Einwirkung auf sie ohne Gegenwirkung bleibt."
(
Johann Wolfgang von Goethe)
WH Davies